4. August 2014

Eziden im Irak verfolgt: Bremer Familien bangen um Angehörige

Am Wochenende ist die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in die irakische Region rund um die Provinzhauptstadt Shingal, dem Hauptsiedlungsgebiet der Minderheit der Eziden, vorgedrungen.

„Mich erreichen Berichte, nach denen die IS mindestens 250 Eziden brutal ermordet hat. Zehntausende sind in die umliegenden Berge geflüchtet, einige sind dort schon wegen Versorgungsmangel gestorben. Die Terroristen haben rund hundert Mädchen und junge Frauen verschleppt, von denen weiter jede Spur fehlt“ beschreibt Cindi Tuncel, ezidischer Agbeordneter in der Bremischen Bürgerschaft, die katastrophale Situation. „Die Terroristen von der IS gehen brutal gegen Andersgläubige vor, Christen, Juden und jetzt Eziden. Sie morden, zerstören Heiligtümer und haben schon 200.000 Menschen in die Flucht getrieben. Die IS verfolgt und ermordet Andersgläubige im Irak, zwingt sie zum Konvertieren und zerstört ihre Heiligtümer“, so Tuncel weiter.

„Meine Familie und viele weitere Eziden aus Bremen bangen um ihre Angehörigen in Shingal. Die IS begeht durch Massaker, Entführungen und Massenvertreibung Verbrechen an der Menschlichkeit. Die Welt darf die Augen davor nicht verschließen. Sofortige humanitäre Hilfe für die Geflüchteten ist dringend notwendig“, fordert der friedenspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft.

Am Mittwoch, den 6. August 2014, findet um 15:00 Uhr vor dem Bremer Hauptbahnhof eine Kundgebung statt, an der auch Cindi Tuncel teilnehmen wird.

In Verbindung stehende Artikel: