5. Juli 2013

Kinderarmut erschreckend hoch: SPD und Grüne unternehmen nichts dagegen

Foto: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Kinderarmut hat viele Gesichter. In der sogenannten Dritten Welt überwiegt das Gesicht hungernder oder auf der Straße lebender Kinder. In Deutschland nehmen die Fälle von verwahrlosten Kindern zu, aber überwiegend zeigt sich Kinderarmut in schlechter Ernährung, mangelnder Bildung, unzureichender ärztlicher Versorgung und eingeschränkten sozialen Beziehungen. Kinderarmut in einem der reichsten Länder hat viele Seiten und Ursachen. Hauptursache für Kinderarmut ist ein viel zu geringes Einkommen der Eltern. Durch die Ausweitung des Niedriglohnsektors sowie durch Hartz IV steigt die Armut immer weiter.

Während die Hansestadt bei der bundesweiten Auswertung der Zahlen der Einkommensmillionäre regelmäßig auf einen Medaillenrang landet, lebt im Land Bremen inzwischen jedes dritte Kind in Armut.  

Im kleinsten Bundesland sind sogar 41 Prozent der Kinder armutsgefährdet. Dies geht aus einer Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der LINKEN hervor. „Damit hat die Landesregierung mehr als versagt im Kampf gegen Kinderarmut“, meint der Bürgerschaftsabgeordnete Cindi Tuncel in einer ersten Stellungnahme. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass 31.000 von 80.000 im Land Bremen lebenden Kinder unter 15 Jahren davon betroffen sind. 24.000 Kinder leben in einem Haushalt, der über ein Budget auf Hartz-IV-Niveau verfügt. Für den kinder- und jugendpolitischen Sprecher der Linkfraktion würde sich aus den aktuellen Zahlen somit auch erkennen lassen, dass die ‚verdeckte Armut‘ inzwischen alles andere als ein Randphänomen sei.

Der Parlamentarier macht die hiesige Koalition aus SPD und Grüne für diese Anzahl der armen Kinder verantwortlich. „Bremen belegt seit Jahren bundesweite Spitzenplätze in Sachen Kinderarmut. Aber ein wirksames Gegenkonzept des Senats fehlt auch 2013 noch. Das ist unverantwortlich. Die Kinderarmut in Bremen und Bremerhaven hält sich auf einem erschreckend hohen Niveau. Der Senat muss die Mammutaufgabe der Armutsbekämpfung endlich ernst nehmen statt Programme, wie sie nicht nur DIE LINKE fordert, durch die Bank abzulehnen. Je länger er dieses Problem verdrängt und aussitzt, desto ausgeprägter werden Bremens Armutslagen Jahr für Jahr sein.“

Tuncel fordert existenzsichernde Löhne und gute Bildung, um der Armut vorzubeugen. Dazu würden auch wohnortnahen und kostenfreien Kita-Plätze gehören, weil bekanntermaßen vor allem Alleinerziehende armutsgefährdet seien. Er erwartet weiterhin, dass der Senat sich auf Bundesebene  - anstelle des Hartz-IV-Regelsatzes für Kinder – für eine individuelle und bedarfsorientierte Kindergrundsicherung einsetzt. 

Michael Horn (daw, chh)