16. Januar 2018

UETD, Osmanen Germania und andere radikale Erdogan-Anhänger in Bremen

Foto: Christoph S. / pixelio.de

Die Stuttgarter Zeitung und das ZDF deckten ein Netzwerk aus Organisierter Kriminalität, der AKP-Auslandsorganisation „UETD“ und dem Erdoganvertrauten und Auslandsbeauftragten der AKP, Metin Külünk, auf. Demonstrationen gegen Abgeordnete des Deutschen Bundestages werden demnach direkt aus dem Präsidentenpalast in Ankara gesteuert, über den Parlamentsabgeordneten Külünk werden Gelder und Anhänger in Deutschland für Protestaktionen mobilisiert.

Brisanter sind abgehörte Telefonate, die einen unmittelbare Zusammenarbeit zwischen der rockerähnlichen Gruppierung „Osmanen Germania“ und Külünk belegen und unter anderem Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz betreffen. Die Osmanen Germania sind eine rockerähnliche Organisation, die sowohl in die Organisierte Kriminalität verstrickt ist, als auch als militanter Arm des türkischen Präsidenten in Europa fungiert. Die Gruppierung gilt als eine der am schnellsten wachsenden Gruppierungen der Organisierten Kriminalität.

Wie real die Gefahr von AKP-nahen Gewalttaten und Terroranschlägen ist, zeigt der Mord an den drei kurdischen AktivistInnen Sakine Cansiz, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez durch einen türkischen Geheimdienst-Attentäter 2013 in Paris. In Bremen war der MIT-Spion Mehmet Fatih S. aktiv und forschte das persönliche Umfeld von kurdischen Oppositionellen aus.

Am 7. Januar verübten Unbekannte einen Anschlag auf den alevitisch-kurdischen Fußballprofi Deniz Naki auf der A4 bei Aachen, auch hier wird von einem politisch-motivierten Mordversuch ausgegangen.

Metin Külünk trat am 3. Oktober 2016 in Bremen bei einer großen Veranstaltung der AKP-Auslandsorganisation UETD als Gastredner auf. Wenig später zeigten auch die Osmanen Germania erste Aktivitäten in Bremen, die aber zum Teil durch massive Polizeieinsätze unterbunden werden konnten.

Vor diesem Hintergrund hat die Linksfraktion einen Fragenkatalog erarbeitet, den Sie hier einsehen können.