22. Dezember 2018

Konzept „Für mehr sichere Schwimmerinnen und Schwimmer im Land Bremen“

In einer gemeinsamen Vorlage vom 16.11.2018 haben die Senatorin für Kinder und Bildung, die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport sowie die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz ein Maßnahmenpaket zur Steigerung der Schwimmfähigkeit im Land Bremen vorgelegt. Dieses besteht in weiten Teilen aus Absichtserklärungen sowie Verweisen auf zukünftig zu erstellenden weiteren Konzepten und enthält keinerlei Aussagen zu den Kosten, die zur Verbesserung der Schwimmfähigkeit aufgewendet werden müssen. Vor dem Hintergrund mehrerer tödlicher Badeunfällen in den vergangenen Sommern im Land Bremen besteht aber dringender Klärungsbedarf, der nicht aufgeschoben werden darf.

Wir fragen den Senat

1.)   Der Senat plant eine Informationskampagne, die sich vor allem an Eltern richten und über Angebote zum Schwimmen lernen sowie Aufgaben der Eltern informieren soll.

2.)   In Bremerhaven wird derzeit in einem Modellprojekt erprobt, Schwimmen nicht über einen längeren Zeitraum, sondern im Rahmen eines dreiwöchigen Intensivkurses in der dritten Klasse zu unterrichten.

3.)   Der Senat berichtet, dass zusätzliche Schwimmmeister und Schwimmmeisterinnen eingestellt wurden. Wie viele neue Stellen wurden geschaffen und mit wie vielen Personen wurden diese Stellen besetzt? Welche zusätzlichen Kosten sind entstanden und wer trägt diese?

4.)   Der Senat plant, den Schwimmunterricht ab dem Sommer 2021 in die zweite Klasse vorzuziehen sowie die Wasserzeit beim Schwimmunterricht von 30 auf 45 Minuten auszudehnen.

5.)   Im Konzept wird von schulischen Arbeitsgemeinschaften „Schwimmen“ an Ganztagsschulen berichtet.

6.)   Die Aktion „Kids in Bäder“ soll fortgeführt werden.

7.)   Welche Erfahrungen gibt es mit dem Modellprojekt „Schwimmen lernen in Bremen“ in Huchting?

8.)   Wie viele Wasserzeiten standen den Kindertagesstätten zur Wassergewöhnung in den Jahren 2017 und 2018 zur Verfügung? Bitte nach Stadtgemeinden, Bädern und Kindertagesstätten aufschlüsseln.

a) Welche Chancen sieht der Senat, Wasserzeiten für Kindertagesstätten auszudehnen?

9.)   Welche Chancen sieht der Senat, zusätzliche Eltern-Kind-Kurse zur Wassergewöhnung ab dem ersten Lebensjahr anzubieten?

10.) Kann der Senat schon absehen, wie viele zusätzliche Übungsleiter*innen beim DLRG ausgebildet werden müssen, welche Wasserzeiten hierfür erforderlich sind und welche Kosten hierfür entstehen? Auch wenn die Planungen noch nicht abgeschlossen sind, weiß der Senat schon, aus welchen Haushaltsstellen diese finanziert werden müssen und sind in dieser Haushaltsstelle zusätzliche Mittel vorhanden?

11.) In welchem Umfang soll das Programm für ältere Nichtschwimmer*innen, insbesondere junge Geflüchtete, aus dem Integrationshaushalt auch im Jahr 2019 fortgeführt werden?

12.) Welche weiteren Angebote für ältere Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer gibt es im Land Bremen? Sieht der Senat Möglichkeiten, diese Angebote auszuweiten?

13.) Im Senatskonzept wird davon gesprochen, dass die Unterstützung für die schwimmsporttreibenden Vereine zur Anmietung von Bahnen bei höheren Bedarfen angepasst werden muss. Sind dem Senat konkret solche höheren Bedarfe bekannt und wird er entsprechend seine Unterstützung anpassen? Wenn ja, in welcher Höhe und aus welchen Haushaltsstellen?

14.) Wer nimmt am Netzwerk „Schwimmausbildung“ teil und wie regelmäßig trifft sich das Netzwerk?

15.) In ihrem Beschluss „Für mehr sichere Schwimmerinnen und Schwimmer im Land Bremen“ (Drs. 19/1647) hatte die Bürgerschaft dem Senat den Auftrag erteilt, zu prüfen, ob die Kosten für Swimm- und Ferienkurse sozial gestaffelt und gegebenenfalls reduziert werden können.

Cindi Tuncel, Peter Erlanson, Kristina Vogt und Fraktion DIE LINKE

Quelle: http://www.cindi-tuncel.de/politik/presse/detail/artikel/konzept-fuer-mehr-sichere-schwimmerinnen-und-schwimmer-im-land-bremen/