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5. Oktober 2018

Friedensnobelpreis für Nadia Murad: „Gesamte jesidische Gemeinschaft ist stolz und glücklich“

Das Nobelpreis-Komitee hat heute den Friedensnobelpreis an Nadia Murad vergeben. Murads Familie wurde 2014 Opfer des Genozids des sog. Islamischen Staates an den Jesiden im nordirakischen Gebiet Shingal, 18 ihrer Verwandten wurden dabei ermordet. Sie selbst konnte fliehen und 2015 mit Hilfe des Landesprogramms zur Aufnahme von traumatisierten Genozidopfern des Landes Baden-Württemberg nach Deutschland kommen. Nadia Murad setzt sich seitdem international für den Schutz der jesidischen Gemeinschaft und die Strafverfolgung der jihadistischen Völkermörder ein. Murad ist Sonderbotschafterin für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel der UNO und die erste Jesidin, die jemals einen Nobelpreis erhalten hat.

Cindi Tuncel, jesidischer Landtagsabgeordneter und friedenspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, gratuliert: „Nadia Murad ist eine grandiose Wahl. Ihr Kampf gegen Genozide und sexuelle Gewalt ist beispielhaft. Die gesamte jesidische Gemeinschaft ist heute stolz und glücklich, diese Auszeichnung bedeutet deshalb unglaublich viel. Umso wichtiger ist, dass die Forderungen von Nadia Murad nun auch umgesetzt werden: Shingal braucht Schutz und Wiederaufbau. Die Terroristen und ihre Unterstützer müssen vor Gericht gestellt werden. Die humanitäre Notlage in den Flüchtlingscamps im Nordirak, wo noch hunderttausende Jesiden leben, muss auch durch internationale Hilfe gelindert werden. Die traumatisierten Frauen brauchen sichere Fluchtwege nach Europa, so wie Nadia Murad zum Glück einen hatte. Ich bin mir sicher, dass Nadia Murad all diese Forderungen nun mit noch mehr Nachdruck vorbringen wird“.