13. März 2018

Afrin braucht Hilfe und Solidarität – Bundesregierung muss ihr Schweigen brechen!

In der syrischen Region Afrin entwickelt sich eine humanitäre Katastrophe. Die türkische Armee und jihadistische Milizen stehen inzwischen unmittelbar vor der Stadt Afrin. In der Stadt befinden sich über 800.000 Menschen, neben den Bewohner*innen auch Binnenflüchtlinge aus syrischen Kampfgebieten. Aktuell ist die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen, die Stadt wird permanent bombardiert. Erdogan führt diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg mit deutschen Waffen und entgegen der Resolution des UN-Sicherheitsrates. Der Kampf der kurdischen YPG/YPJ gegen den sogenannten IS im Osten des Landes wurde angesichts des Angriffs auf Afrin unterbrochen.

Cindi Tuncel, friedenspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, erklärt: „Die syrischen Kurd*innen haben im Kampf gegen den von der Türkei unterstützten IS und andere salafistische Terrorgruppen tausende Gefallene zu beklagen. Gleichzeitig ist Afrin eine der wenigen Regionen in ganz Syrien, die vom Bürgerkrieg bislang nicht betroffen war. Die Weltgemeinschaft darf die Kurd*innen und die anderen Bewohner*innen der Region Afrin jetzt nicht alleine lassen. Besonders bedroht von der türkischen Armee und ihren jihadistischen Söldnern sind die vielen religiösen Minderheiten insbesondere Eziden, Christen und Aleviten. Deswegen muss die Bundesregierung ihr Schweigen zu diesem völkerrechtswidrigen Einmarsch des Erdogan-Regimes brechen und humanitäre Hilfslieferungen unterstützen."

Den LINKEN-Politiker erreichen in den letzten Tagen viele verzweifelte Anrufe aus der Region Rojava/Nordsyrien. Angesichts der brutalen Bilder sind auch viele Kurd*innen in Deutschland verzweifelt und wütend. Tuncel: „Wir unterstützen friedliche Proteste gegen den Einmarsch, die den Bewohner*innen von Afrin ihre Solidarität zum Ausdruck bringen. Gewalttaten und Provokationen sind völlig falsch und entschieden zu verurteilen. Richtigerweise haben die kurdischen Dachverbände in Europa und Deutschland mögliche Angriffe auf türkische Einrichtungen oder AKP-Vereine bereits in aller Deutlichkeit verurteilt".