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Kostenheranziehung von jungen Menschen in der Jugendhilfe deutlich reduzieren!

Das erste selbstverdiente Geld ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in ein selbstständiges Leben.

So lässt sich der Umgang mit Geld und das Sorgen für sich selbst erlernen. Auch das Gefühl, sich etwas verdient zu haben und sich durch eigene Arbeit Wünsche erfüllen zu können, ist eine wichtige Erfahrung für junge Menschen.

Dieses trifft besonders auf diejenigen zu, die anstatt bei ihren leiblichen Eltern in Pflegefamilien oder Jugendhilfeeinrichtungen aufwachsen. Minderjährige Pflegekinder und Jugendliche in betreuten Wohneinrichtungen erhalten Hilfen zur Erziehung und, nach Vollendung des 18. Lebensjahres, häufig auch Hilfen für junge Volljährige nach SGB VIII.

Wenn diese jungen Menschen aber anfangen zu arbeiten bzw. eine Ausbildung beginnen, müssen sie einen erheblichen Teil ihrer Einkünfte (75 Prozent) abgeben, um sich damit an den Kosten ihres Lebensunterhaltes und ihrer Miete, die im Rahmen der Hilfe zur Erziehung neben den Betreuungskosten von den Jugendämtern getragen werden, zu beteiligen. Das Bremer Jugendamt richtet seine Praxis aktuell an den Empfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (BAG) aus. Hiernach wird die Heranziehung in Höhe von 75 Prozent ab dem ersten Monat des Einkommens empfohlen.

Von den Jugendlichen wird die gegenwärtige Praxis als demotivierend erlebt. Sie kann Anreize für Jugendliche und junge Volljährige, den ersten Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, untergraben. Zudem nimmt es ihnen die Möglichkeit, einen Teil ihres Verdienstes für weitere Schritte ins Erwachsenenleben und die Selbständigkeit anzusparen. Bereits für junge Menschen muss der Rahmen so gesteckt sein, dass sich die eigene Selbstständigkeit in jedem Fall lohnt. Leistung und Engagement dürfen nicht bestraft werden. Zudem darf nicht vergessen werden, dass die Jugendlichen für eine Unterbringung außerhalb ihrer Familie aufkommen, die sie in den meisten Fällen nicht selber verschuldet haben.

Eine Änderung der sozialgesetzlichen Regelungen ist notwendig, um den davon betroffenen jungen Leuten dieselben Chancen einzuräumen wie anderen Jugendlichen und jungen Volljährigen. Die Kostenbeteiligung von jungen Menschen in staatlicher Obhut und vergleichbaren Maßnahmen der Erziehungshilfe muss daher deutlich abgesenkt werden.

Mit einem RGR-Antrag die soll die Bürgerschaft den Senat unter anderem auffordern, sich auf der Bundesebene weiterhin dafür einzusetzen, dass die Kostenbeiträge von Jugendlichen und jungen Volljährigen für stationäre und teilstationäre Leistungen sowie vorläufige Maßnahmen nach SGB VIII sehr deutlich, möglichst auf 25 Prozent gegenüber den derzeit geltenden 75 Prozent, abgesenkt werden

Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den kompletten Antragstext einsehen möchten.


In der Bürgerschaft gesehen

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